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The Meaning of Life

Markus Kellenberger | Montag, 29.09.2008

Ja, was genau ist er, "The Meaning of Llife", respektive der Sinn des Lebens? Wer den Monty Python-Film kennt, weiss, dass es darauf wohl keine schlüssige, dafür viele Antworten gibt. Das hat sich mir auf der Suche nach der "Relevanz", respektive nach den relevanten Blogs auch eindrücklich gezeigt.
An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön an Reto Stauss (und natürlich an www.nachhaltigbeobachtet.ch und www.faircustomer.ch, die ich hiermit wärmstens zum bookmarken empfehle!).

Zurück zum Thema: Mich erschüttert oft, was meine Mitmenschen als "relevant" empfinden, und was nicht. So dünkt mich, das Resultat unserer Vorletzten Umfrage hätte allgemein mehr Entsetzen auslösen sollen. Die Frage lautete: "Was glauben Sie, welche Interessen vertreten unsere gewählten Politiker hauptsächlich?" Und über 90 Prozent der Abstimmenden waren dezidiert der Meinung: "Hauptsächlich ihre eigenen und die ihrer Geldgeber"...........................

................ die vielen Pünktchen symbolisieren die Funkstille, die auf die Umfrage folgte. Sowohl von Euch als auch von Moritz Leuenberger, der das Ergebnis der "Natürlich"-Umfrage auf seinem eigenen Blog hätte nachlesen können - so er gewollt hätte. In gewissen anderen Ländern wäre ein solches Umfrageergebnis nämlich ein akzeptabler Grund gewesen, die Guillotinen wieder einmal aus den Kellern zu holen.

Nun denn, zum Glück leben wir hier in der Schweiz, und unser Blut ist nicht ständig am Überkochen. Ein bisschen nachdenklich aber stimmt es mich dennoch, dass die Krönung einer 18-jährigen Schülerin zur schönsten Frau (Frau? Was Schminke so alles ausmacht…aber das sehen Sie auf www.missschweiz.ch) der Schweiz mehr Menschen zu bewegen scheint, als ein Politestablishment, das sich nach erfolgter Wahl fröhlich selbst verwirklicht. Schweiz, quo vadis?

Bild: PD

 

 

1 Kommentar(e) Tags (Stichworte): BlogbloggenPolitikSchweiz

Von Blogs, Bloggern, Relevanz und Statistik

Markus Kellenberger | Freitag, 19.09.2008

Bevor ich in einem der nächsten Sätze laut HILFE schreie, hier noch ein kleiner Rückblick auf unsere letzte Umfrage, die da lautete: Wessen Interessen vertreten unsere Parlamentarier wirklich in Bern. Über die Hälfte der Teilnehmer tippte wohl richtig, indem sie sich für die Antwort "Jene ihrer Geldgeber" entschieden. Nur ein verlorenes Häufchen von 3,2 Prozent ist davon überzeugt, dass Parlamentarier die Interessen des Volkes vertreten. Wie gehen wir nun weiter vor? Revolution? Oder doch lieber Schwamm drüber, weil sonst Arbeitsplätze und unsere Renten bedroht sind?

Aber lassen wir dass. Kommen wir zum Punkt HILFE! Vor kurzem stand unser Produktmanager in der Redaktion und forderte uns auf, sofort damit zu beginnen, sogenannt "relevante" Blogs zu lesen. Relevante Blogs? Es gibt, wird geschätzt, gegen 120 Millionen Blogs im Web. Ein beeindruckender Grund, da mal ein bisschen nachzurechnen.

Also: Aktuell leben etwa 6,8 Milliarden Menschen auf der Welt. Fast 2 Milliarden davon können nicht lesen, fallen als Blogger also weg, macht noch 4,8 Milliarden. Davon lebt rund ein Drittel in der 1. Welt, das sind dann noch 1,6 Milliarden Menschen. Neuste Zahlen gehen davon aus, dass 85 Prozent der Haushalte in den Industrieländern über einen Computer verfügt. Nehmen wir pro Haushalt einen Schnitt von 3 Personen an, wären das grosszügige 1,3 Milliarden Menschen mit einem Internetzugang, wobei wir jetzt noch 20 Prozent abziehen, weil auch hier einige noch nicht und andere nicht mehr lesen können. Et voilà: 1 Milliarde Menschen könnten bloggen, bei 120 Millionen geschätzten Blogs wäre das rund jeder 8. Mensch unter uns. Mein Bekanntenkreis stellt diesbezüglich leider ein schwarzes Loch dar. Aber Sie! Wie viele Bloggerinnen und Blogger kennen Sie? Stimmt meine Rechnung überhaupt? Und: Welches sind aus Ihrer Sicht "relevante" Blogs.

Um Nachricht (und vor allem viele viele Tipps) wird gebeten!

Blogsuchmaschinen und -verzeichnisse:
www.technorati.com (International)
www.bloggernetz.de (Deutschland)
Google Blogsuche (International)
www.rivva.de (Deutschland)
www.slug.ch (Schweiz)

Bild: Daniel Gugger

 

6 Kommentar(e) Tags (Stichworte): BlogbloggenMedienPolitik

Parlament trickst das Volk aus!

Markus Kellenberger | Freitag, 12.09.2008

Richtig! Der Titel klingt wie eine beliebige Pressemeldung aus einer bestimmten Parteizentrale, hat aber diesmal seine Berechtigung. Sie, ich, die meisten von uns haben die Volksinitiative "Ja zur Komplementärmedizin" unterzeichnet (oder zumindest damit sympathisiert). Sie gilt nicht nur als äusserst populär, sondern sie hat auch das Potenzial, mit grosser Mehrheit vom Volk angenommen zu werden.

Das macht vielen unseren NationalrätInnen, StänderätInnen, den Mitgliedern der Gesundheitsdirektorenkonferenz und auch den Kantonen Kopfzerbrechen. Sie fürchten eine weitere Explosion der Gesundheitskosten - und blenden dabei völlig aus, dass nicht die Komplementärmedizin die Prämien der Krankenkassen in die Höhe treibt, sondern die Pharmaindustrie, die Jahr für Jahr neue Medikamente gegen neue (erfundene) Krankheiten auf den Markt wirft - und mit dem verdienten Geld einen guten Teil unserer sogenannten Volksvertreter generös unterstützt. Das nennt man dann Lobbying. Alles klar?

Das dürfte aus meiner Sicht der Hauptgrund dafür sein, dass im National- und im Ständerat verzweifelt nach einem Gegenvorschlag gesucht wird, um die Volksinitiative zu bodigen. In der kommenden Herbstsession wird die Diskussion in Bern wohl den Siedepunkt erreichen. Seien Sie gespannt!

Ich finde dieses Gerangel eine reine Schweinerei. Es zeigt mir in aller Deutlichkeit, zwei Dinge: a) woher der Wind weht; b) wer in diesem Land wirklich das Sagen hat und c) was unsere gewählten (und von verschiedenen Firmen bezahlten) Volksvertreter vom Volk und dessen Wünschen halten.

Nun sagen Sie mir, warum Sie überhaupt noch eine Initiative unterzeichnen - und warum Sie überhaupt noch Wählen gehen?

Hier finden Sie mehr Informationen zum Thema - und Sie können sich bei unseren (Ihren) Volksvertretern bemerkbar machen:
www.ja-zur-komplementaermedizin.ch (hier erfahren Sie den aktuellen Stand der Dinge)
www.parlament.ch  (Suchen Sie sich Ihren Lieblings-Lobbisten-parlamentarier und schicken Sie ihm ein Mail)
www.gdk-cds.ch (die Gesundheitsdirektorenkonferenz, auch sie bekommt sicher gerne Post von engagierten Bürgerinnen und Bürgern)

Bild: © www.parlament.ch

 


Über Igel, Zecken, Fleischkonsum und Seelenfrieden

Markus Kellenberger | Freitag, 05.09.2008

Der Grillabend bei Freunden fing gut an: „Das ist unser Hausigel“, stellte die Gastgeberin den Hausigel vor. Der wühlte neben dem Gartentisch unter einem Rhododendron im welken Laub. „Aber“, sagte die Gastgeberin, „er ist ein bisschen krank.“ Ein genauer Blick auf das arme Tier zeigte sofort, was sie mit „ein bisschen krank“ meinte. Graubläulich schimmerten unzählige prallvolle Wanzenbälger zwischen seinen Stacheln. Grässlich!
Ja geradezu auf den Appetit schlagend.

Wir beschlossen, vor dem Grillen das leidende Vieh zu retten. Und damit Sie bei Ihrer nächsten Grillparty auch gleich loslegen und Ihre Freunde beeindrucken können, hier eine kleine Anleitung zur Aktion
„Rettet den Igel“:

  1. Machen Sie Gartenhandschuhe sowie eine Katzentransportkiste oder eine adäquat grosse Kartonschachtel bereit. Schauen Sie im Internet unter Stichworten wie „Igel“, Igelzentrum oder „Igelstation“ nach. Empfehlenswert sind Sites wie www.pro-igel.ch, falls es darum geht, ein paar Pflegetipps zu bekommen. Wenn Sie keinen Internetanschluss haben, der Ihnen die nächstgelegene Igelstation aufzeigt, rufen Sie Frau Girlich an (061 831 58 84, 079 652 90 42). Diese Frau (Hallo Frau Girlich, erinnern Sie sich, ich bin der, der sie spätabends wegen dem Zeckenigel um Hilfe gebeten hat) weiss alles über Igel!!! Sie hat uns gleich erklärt, unser Igel habe ein gewaltiges Problem – und gab uns die Adresse des nächstgelegenen Tierarztes, der sich mit Igel auskennt. Das tun nämlich längst nicht alle – und nicht alle öffnen Spätabends ihre Praxis nur wegen einem Igel.
  2. Wenn Sie nun wissen, wohin mit dem Tier, streifen Sie die Handschuhe über, packen Sie es in die bereitgestellte Kiste und ab die Post.

Nun, wir haben alle vier Notfallpunkte durchgespielt und sind per Velo zehn Minuten später in der Praxis von Bernhard Heiniger in Langenthal angekommen. Der hat uns dort schon erwartet - und ich habe erwartet, dass er den Igel mit einem Wundermittel einsprayt, damit die ekligen Zecken abfallen. Weit gefehlt! Er nahm eine Zeckenzange, drückte mir eine ebensolche in die Hand und befahl mir, mit der Arbeit anzufangen. „Packen, und unter leichtem hin- und herdrehen ziehen!“ Wäh! Pfui! Fast 70 der grässlichen Parasiten pflückten wir dem Igel von der Haut. Der motzte und grunzte ununterbrochen, zeigte keinen Anflug von Dankbarkeit und blieb stur zusammengekugelt.

Zum Abschluss gabs ein Medikament gegen Parasitenbefall direkt auf die Igelhaut appliziert, dazu noch zwei Büchsen Diätfutter, um den halb blutleeren Stachelfritzen wieder aufzupäppeln und eine Rechnung über lächerliche 32 Franken. „Bei Wildtieren verlange ich nur die Kosten für Medikamente“, sagte Tierarzt Heiniger“, und ein bisschen Mundzumund-Propaganda!“. Ein Tierfreund, der es verdient hat, auf seiner Homepage www.gelbepfote.ch näher bestaunt zu werden (lieber Bernhard – beim fröhlichen Zeckenpflücken kommt man sich nahe - damit hätte ich den Teil mit der Propaganda wohl erfüllt).

An dieser Stelle möchte ich auch noch speziell hervorheben, dass Tierarzt Heiniger die in einer Plastikwanne krabbelnden furchtbar unsympathischen Zecken tiergerecht erst mit einer alkoholhaltigen Lösung betäubte, bevor...

Zurück an der Grillparty bekam Igelfritze sein Diätfutter, wir die Schweinsrippli und als Dreingabe für die gute Tat das Gefühl tiefen Seelenfriedens.

Nun hoffe ich, dass diese Geschichte all jene Leserinnen und Leser ein klitzekleines bisschen versöhnlich stimmt, die uns die Geschichte „Wild auf Wild“ in der aktuellen Ausgabe von „Natürlich“ übel genommen haben, weil sie jegliche Form von Fleischkonsum und somit auch Artikel zu diesem Thema aus verständlichen Gründen verwerflich finden – immerhin haben wir zwar ein Nutztier gegessen, dafür aber ein Wildtier gerettet. Irgendwie geht diese Rechnung doch auf. Oder?

Bild: © Sandra Krumme / PIXELIO

2 Kommentar(e) Tags (Stichworte): FleischIgelIgelstationWildtiereZecken


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