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Beiträge und Artikel mit dem Tag (Stichwort): TCM

Quantität statt Qualität

Markus Kellenberger | Donnerstag, 14.02.2008

Naturheilkunde ist die bessere Wahl. In jedem Fall? Heute Morgen habe ich auf der Kleininserate-Seite einer Zeitung die komplementärmedizinischen Angebote gezählt. Über 40 waren es. Überraschend viele davon boten Kurse und Therapien im Sinne von Qi Gong und Ähnlichem an. Parallel dazu viel mir auf, wie viele neue TCM-Zentren (Traditionelle Chinesische Medizin) auf ihre Eröffnung hinwiesen.

Grundsätzlich freute mich diese Fülle, schliesslich zeigt sie, dass Naturheilkunde auf dem Vormarsch ist. Doch konnte ich mich gleichzeitig eines schalen Gefühls nicht erwehren. Wie sieht es mit der Qualität all dieser Angebote aus? Wer kontrolliert sie? Im Bereich Komplementärmedizin gibt es heute noch viel zu wenige verbindliche Richtlinien.

Nun mag man dem entgegenhalten, das sei doch die Stärke der Naturheilkunde im weitesten Sinn. Aber kann es das wirklich sein. Der Prüfungsexperte einer  Schule für Naturheilkunde vertraute mir folgendes an: «Wenn ich schaue, wer da alles die Kurse besucht, wird mir schlecht. Teilnehmerinnen und Teilnehmer, bewaffnet mit dem Helfersyndrom und ausgestattet mit der Fähigkeit, den Prüfungsstoff auswendig zu lernen, werden von uns diplomiert und auf die Menschheit losgelassen. Darüber hinaus sind und bleiben sie interessierte und sich selber überschätzende Laien.»

Der Mann sprach mir aus dem Herzen. Diesen Eindruck habe ich bisweilen auch, wenn ich mit Leuten aus der Komplementär-Szene rede. Und darum finde ich: Hier gibt es noch viel zu tun. Im Moment gilt scheinbar die Regel, Quantität statt Qualität. Wir vom «Natürlich» werden dieses Problem unzimperlich angehen.

Bild: © Dieter Wendelken / PIXELIO


Die bösen Chinesen

Markus Kellenberger | Dienstag, 29.01.2008

Im Bereich Naturheilkunde gilt die weit verbreitete Meinung, was aus dem fernen Osten zu uns kommt, ist gut! Und so nehmen viele Ayurveda, Tibetische Medizin, Indianische Rituale und in stark zunehmendem Masse Traditionelle Chinesische Medizin, kurz TCM, in Anspruch.

Im Bekanntenkreis höre ich ständig nur wohlwollend lobendes. Pfui die böse Schulmedizin, bravo die lieben Chinesen. Warum diese Einteilung in gut und böse, frage ich dann jeweilen, und bekomme zu hören: «Bei den Chinesen ist alles uraltes Wissen, Tradition, Überlieferung, tausendfach ausprobiert und bewährt. Bei der Schulmedizin ist alles ein einziges Experiment, das Abfüttern der Menschen mit Chemie, deren zweifelhafte Wirkung auf brutalen Tierversuchen basiert.» Nun, zu einem Teil mag das leider stimmen. Aber ist den Freunden der TCM bewusst, dass ausgerechnet wegen der Tradition, wegen der Überlieferung und wegen dem Prinzip des scheinbar Bewährten jährlich mehrere Dutzend Tiger und Nashörner, tausende von Affen und hunderttausende von Schlangen, Skorpionen und Käfer ihr Leben lassen müssen?

In China und vielen andern Ländern, in denen traditionelle Medizin betrieben wird, gehört das Wildern geschützter Tiere zum Alltag. Aberglaube, Heil- und Potenzversprechen und grosse Gewinnspannen führen dazu, dass vom Aussterben bedrohte Lebewesen gnadenlos gemeuchelt und zu irgendwelchen Präparaten verarbeitet werden. Und diese Tatsache darf nicht einfach nur deswegen ausgeblendet werden, weil solche Mittel bei uns nicht erhältlich sind. Wer sich mit Naturheilkunde und den Medizintraditionen ferner Länder befasst, muss auch den unliebsamen Begleiterscheinungen ins Auge schauen.

Bild: © Templermeister / PIXELIO

1 Kommentar(e) Tags (Stichworte): NaturheilkundeSchulmedizinTCM


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